Brustkrebs: Vorsorge und Therapie | SBK (2023)

Antworten auf häufige Fragen zu Brustkrebs. Wir zeigen, wie Sie Anzeichen erkennen und rechtzeitig vorsorgen.

13.10.2022 7 min Lesezeit

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Brustkrebs: Vorsorge und Therapie | SBK (1)

Mit bundesweit rund 70.000 Neuerkrankungen jährlich ist das Mammakarzinom, so der medizinische Fachbegriff für Brustkrebs, die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei Männern liegt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken bei unter einem Prozent. Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Brustkrebs liegt um das 64. Lebensjahr. Knapp ein Drittel der Betroffenen ist bei der Erstdiagnose allerdings jünger als 55 Jahre. Erfahren Sie im Folgenden, woran Sie Brustkrebs erkennen, wie er behandelt wird und wie Sie vorsorgen können.

Inhaltsverzeichnis

  • Brustkrebs: Symptome erkennen
  • Brustkrebs erkennen – durch Früherkennung
  • Brust abtasten
  • Früherkennung in der Arztpraxis
  • Wie wird Brustkrebs diagnostiziert?
  • Wie entsteht Brustkrebs?
  • Welche Arten von Brustkrebs gibt es?
  • Therapieformen bei Brustkrebs
  • Leben mit Brustkrebs

Brustkrebs: Symptome erkennen

Selbst wenn die ersten Symptome für Brustkrebs auftreten oder sich ein Knoten ertasten lässt, spürt man in der Regel keine Schmerzen. Umso wichtiger ist es, achtsam mit dem eigenen Körper umzugehen, kleine Veränderungen zu beobachten und Warnzeichen zügig bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt abklären zu lassen.

Symptome für Brustkrebs sind:

  • Neu aufgetretene Knoten in der Brust
  • Veränderungen der Brustgröße oder -form
  • Veränderungen an den Brustwarzen wie Einziehungen
  • Blutige oder klare flüssige Absonderungen aus der Brustwarze
  • Schwellungen in den Achselhöhlen, unterhalb des Schlüsselbeins oder neben dem Brustbein
  • Rötungen, Entzündungen, Dellen, Grübchen oder vergrößerte Poren der Haut

Brustkrebs erkennen – durch Früherkennung

Wie bei anderen Krebsarten bedeutet auch hier Vorsorge vor allem: rechtzeitige Früherkennung. Neue und gezieltere Therapien haben die Heilungschancen erheblich erhöht: Über 80 Prozent der Betroffenen werden geheilt, und zwar dauerhaft. Das gilt insbesondere, wenn der Tumor bereits in einem frühen Stadium erkannt und behandelt wird.

Brust abtasten

Expertinnen und Experten empfehlen, sich einmal monatlich systematisch die Brust abzutasten. Der beste Zeitpunkt dafür ist die erste Zyklushälfte, wenn das Drüsengewebe weich ist und Schwellungen und Knoten daher leicht aufzuspüren sind. Frauen nach den Wechseljahren sollten das Abtasten weiter als Routine beibehalten und sich einen festen Tag im Monat dazu einprägen.

Früherkennung in der Arztpraxis

Neben der Selbstuntersuchung sollten Frauen – auch ohne Beschwerden – regelmäßig gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen. Alle Frauen ab dem Alter von 20 Jahren haben einmal pro Jahr Anspruch auf diese Untersuchung. Ab dem Alter von 30 gehört dazu die ärztliche Tastuntersuchung der Brust. Im individuellen Fall – etwa wenn ein familiäres Risiko für Brustkrebs besteht – kann die Untersuchung in kürzeren Intervallen erfolgen. Ab dem 50. Lebensjahr besteht zudem alle zwei Jahre der Anspruch auf eine Mammographie in einer spezialisierten radiologischen Praxis. Gut zu wissen: Die SBK bietet mit dem Angebot Discovering Hands eine weitere Methode zur Brustkrebsfrüherkennung an. Dabei erfühlen speziell geschulte blinde oder stark sehbehinderte Frauen mit geschärftem Tastsinn die weibliche Brust, um Veränderungen im Gewebe zu finden.

Brustkrebsfrüherkennung und -vorsorge

Bei der Brustkrebsfrüherkennung bekommen Sie bei der SBK zusätzliche Vorsorgeleistungen.

Bei der Brustkrebsvorsorge unterstützt Sie die SBK mit zahlreichen Angeboten. Dazu gehört die Tastuntersuchung ab 30 Jahren beim Gynäkologen, Discovering Hands, eineTastuntersuchung durch blinde und sehbehinderte Frauen. Auch am Mammographie-Screening-Programm können Sie natürlich kostenfrei teilnehmen. Alle wichtigen Informationen zum Thema Brustkrebsvorsorge finden Sie hier.

Wie wird Brustkrebs diagnostiziert?

Wurden bei der ärztlichen Untersuchung Hinweise auf Brustkrebs gefunden, werden mit einer feinen Nadel Gewebeproben aus der Brust entnommen und anschließend im Labor unter dem Mikroskop untersucht. Diese sogenannte Biopsie zeigt, ob es sich tatsächlich um Brustkrebs handelt, und liefert wichtige Informationen über die Art des Tumors. Darüber hinaus kann eine molekularbiologische Untersuchung wie ein Biomarker-Test weitere Aufschlüsse über die Eigenschaften des Tumors und die weiteren Behandlungsmethoden geben. In bestimmten Fällen erhalten Sie als SBK-Versicherte die Genexpressionsanalyse Oncotype DX®. Die Abrechnung erfolgt dann ganz einfach über Ihre Versichertenkarte.

Wie entsteht Brustkrebs?

Was konkret zur Entstehung von Brustkrebs führt, ist in der Forschung noch nicht eindeutig erwiesen. Klar ist, dass es eine Reihe von gut beeinflussbaren Faktoren gibt, die das Erkrankungsrisiko erhöhen, etwa Übergewicht, Bewegungsmangel, insbesondere nach den Wechseljahren, und Alkohol, in geringerem Maße auch Rauchen. Wer sich also vor Krebs schützen möchte, sollte auf einen gesunden Lebensstil achten. Auch die weiblichen Sexualhormone Östrogen und Gestagen sind mitunter an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt. Unter anderem können eine frühe erste Menstruationsblutung, Kinderlosigkeit, ein höheres Alter bei der ersten Entbindung oder eine längere Hormonersatztherapie während der Menopause das Erkrankungsrisiko erhöhen.

Ist Brustkrebs vererbbar?

Bei einem Viertel der Betroffenen tritt vermehrt Brustkrebs in Kombination mit Eierstockkrebs in der Familie auf. Dies deutet auf eine genetische Ursache hin. Bei fünf bis zehn Prozent aller Fälle lässt sich ein krankheitsauslösendes Gen nachweisen. Zu den bekanntesten Brustkrebsgenen gehören BRCA 1 und BRCA 2. Veränderungen an diesen Genen erhöhen das Risiko um ein Vielfaches.

Bei Verdacht auf ein erbliches Brustkrebsrisiko unterstützt die SBK Sie im Rahmen eines speziellen Vorsorgeangebots. Mehr dazu hier.

Welche Arten von Brustkrebs gibt es?

Nicht jeder Tumor ist gleich gut zu behandeln. Für Therapie und Prognose ist die Art des Tumors entscheidend. Dabei spielen die Zellen, von denen die Krankheit ausgeht, eine große Rolle: Sie beeinflussen, wie aggressiv die Krankheit fortschreiten kann.

Bei gutartigen Knoten handelt es sich um sogenannte benigne Tumoren. Diese wachsen langsam und können dabei sehr groß werden. Sie verdrängen zwar bei ihrer Ausbreitung Gewebe, wachsen aber nicht hinein und zerstören es nicht. Diese Eigenschaft wird medizinisch als nicht-invasiv bezeichnet. Gutartige Knoten bilden keine Tochtergeschwüre, also keine Metastasen.

Die gefährliche Form stellen bösartige Knoten dar. Sogenannte maligne Tumoren (Karzinome) sind invasiv: Sie zerstören benachbartes Gewebe und streuen Krebszellen, sodass sich in Lymphknoten und anderen Organen Metastasen bilden können. Dann spricht man von Brustkrebs. Aufgrund der Ausgangszellen werden bei Brustkrebs duktale von lobulären Formen unterschieden. Duktaler Brustkrebs, mit 70 bis 80 Prozent die weitaus häufigste Form, geht von den Zellen der Milchgänge aus, lobulärer von den Zellen der Milchdrüsen.

Weitere biologische Eigenschaften haben Bedeutung für die wichtige Einteilung von Brustkrebs in unterschiedliche Unterarten (Subtypen). Denn der Krankheitsverlauf und auch die Form der gewählten Therapie hängen stark davon ab, welcher Subtyp vorliegt.
Dazu gehört das sogenannte Grading, das angibt, wie stark sich Tumorzellen gegenüber ihren Ausgangszellen verändert haben und damit aggressiver wachsen. Ebenso ist für die Einteilung und Therapieplanung wichtig, ob Krebszellen Bindestellen für Östrogen und/oder Progesteron oder für den humanen epidermalen Wachstumsfaktor Typ 2 (HER 2) besitzen.

Die TNM-Klassifikation

Zur Einteilung in Stadien wird bei Brustkrebs wie bei anderen Krebsformen die TNM-Klassifikation herangezogen:

  • T steht für Größe und Ausdehnung des Tumors
  • N steht für Anzahl und Lokalisation befallener Lymphknoten
  • M steht für das Vorkommen von Metastasen

Die TNM-Klassifikation fasst damit die Ergebnisse der diagnostischen Verfahren zur Tumorausbreitung in einem Befund zusammen. Gemeinsam mit dem Erscheinungsbild unter dem Mikroskop und den molekulargenetischen Eigenschaften bildet sie die Basis für die Therapieempfehlungen.

Therapieformen bei Brustkrebs

Etwa 70 Prozent aller Patientinnen mit Brustkrebs können brusterhaltend operiert werden, besonders dann, wenn der Tumor im Verhältnis zur Brust relativ klein und in einem sehr frühen Stadium ist. Eine Mastektomie, als Brustentfernung, ist dann meist nicht notwendig.

Manche Brustkrebsformen sind hormonabhängig: Ihre Krebszellen sind mit Andockstellen für Hormone (Rezeptoren) ausgestattet und werden durch Östrogen oder Progesteron zum Wachstum angeregt. Für einen hormonabhängigen Brustkrebs steht in Kombination mit einer Operation eine Antihormontherapie zur Verfügung: Zum Einsatz kommen Medikamente zum Einnehmen, die den Effekt der Hormone auf die Krebszellen blockieren, wie Tamoxifen oder – eher nach den Wechseljahren – Aromatasehemmer. Die Antihormontherapie kommt bei hormonrezeptorpositiven Tumoren infrage

  • als sogenannte adjuvante, also begleitende und unterstützende Behandlung,
  • bei fortgeschrittener Erkrankung, wenn es darum geht, Metastasen in Schach zu halten

Die Chemotherapie soll Krebszellen erreichen, die sich vom Tumor abgelöst und mit dem Blutkreislauf im Körper ausgebreitet haben. Vor oder nach einer Operation kann sie das Risiko für einen Rückfall senken, bei einer fortgeschrittenen Erkrankung das Tumorwachstum verlangsamen. Eine Chemotherapie wird meist dann durchgeführt, wenn

  • der Tumor hormonunabhängig wächst (hormonrezeptornegativ)
  • der Tumor besonders viele Wachstumsfaktorrezeptoren aufweist
  • die Tumorzellen eine rasche Zellteilungsrate aufweisen
  • Lymphknoten befallen sind
  • Metastasen vorliegen
  • man bei der Erkrankung jünger als 35 Jahre alt ist

Die Strahlentherapie wird vor allem im Anschluss an die Operation empfohlen und soll das Risiko für einen Rückfall senken. Bei Knochenmetastasen kann sie zudem die Knochen stabilisieren und Beschwerden lindern.

Sogenannte Antikörpertherapien blockieren gezielt Vorgänge in Krebszellen, die für deren Wachstum wichtig sind. Da Tumoren unterschiedliche Entstehungsmechanismen und Eigenschaften haben, werden solche Medikamente individuell ausgewählt. Fast immer wird die Behandlung mit anderen Verfahren kombiniert, zum Beispiel mit einer Chemotherapie. Sie können auch Betroffenen helfen, die bereits unter Metastasen leiden.

Leben mit Brustkrebs

Gute Heilungschancen, die brusterhaltenden Therapien und die Möglichkeit, auch nach einer Chemotherapie noch schwanger werden zu können – das macht vielen Frauen mit Brustkrebs Mut. Brustkrebspatientinnen und -patienten finden bei der SBK zahlreiche Angebote der Unterstützung. Etwa übernimmt die SBK die Kosten für die Entnahme, das Einfrieren und Lagern von Eizellen. Gezielte Strategien können darüber hinaus Betroffenen helfen, Ängste und Sorgen in den Griff zu bekommen, mit dunklen Gedanken und Momenten des Zweifels und der Verzweiflung besser umzugehen. Entsprechende Angebote bieten Psychoonkologinnen und -onkologen auch für Angehörige von Krebspatientinnen und -patienten an. Dabei werden psychologische wie soziale Aspekte berücksichtig, etwa auch die praktische Organisation im Alltag, wenn ein Familienmitglied krankheitsbedingt ausfällt, oder Rechte, die Ihnen zustehen.

Hilfe für Betroffene und Angehörige

Neben professioneller Unterstützung ist es oft hilfreich und tröstend, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Hier finden Sie nützliche Kontakte in Ihrer Nähe:

Selbsthilfeorganisationen für Brustkrebspatientinnen und -patienten

Unterstützung für Angehörige

SBK-MedPlus Brustkrebsprogramm

Das individuell abgestimmte Behandlungsprogramm unterstützt Brustkrebspatientinnen und -patienten. Mehr Informationen erhalten Sie hier.

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Author: Chrissy Homenick

Last Updated: 02/13/2023

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